Bevor es an die konkrete Planung und danach an den Bau geht, lohnt es sich vorab einige Überlegungen anzustellen. Auch ich habe Lehrgeld gezahlt und Zeit verloren, weil ich manchmal zu unüberlegt und überstürzt ans Werk ging.

 

Spielbahn oder Modellbahn?

Ich habe mich für eine Modellbahn entschieden, um einen vorbildnahen Fahrbetreib in einer möglichst realistischen Landschaft darzustellen, wobei der Spielspaß nicht zu kurz kommen soll.

 

Wieviel Platz steht zur Verfügung – welche Spurweite soll eingesetzt werden?

Die Spurweite H0 war gesetzt, weil ich noch einige alte Modelle hatte. Als Platz steht ein größerer Raum zur Verfügung. Die Anlage wird eine ungefähre Gesamtgröße von 6 x 3 m haben. Für H0 spricht ein guter Kompromiß aus Detaillierungsgrad der Modelle und Platzbedarf der Anlage. Bei beengtem Raum sind die kleineren Spurweiten, wie z.B. TT oder N interessant

 

In welche Landschaft soll die Bahn eingebettet sein?

Ich habe meine Anlage unter das Motto „Irgendwo in Süddeutschland“ gestellt, vielleicht in Baden Württemberg oder in Bayern, man weiß es nicht so genau. Die Landschaft ist hügelig und hat  Mittelgebirgscharakter.

 

Welches Zeitalter, welche Epoche soll dargestellt werden?

Meine Anlage ist in der Epoche IIIb angesiedelt, Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre. Typisch für diese Epoche (1949 – 1970) ist das Zusammenspiel der 3 Traktionen Dampf, Diesel und Elektro. Die Deutsche Bundesbahn befand sich nach dem Krieg im Aufbau und setzte noch verstärkt Loks und Rollmaterial der Deutschen Reichsbahngesellschaft (DRG) ein. Allmählich wurden jedoch Dampfloks von den wirtschaftlicheren und leistungsstärkeren Diesel- und E-Loks verdrängt. Auch bei dem Rollmaterial war eine bunte Vielfalt auf den Gleisen zu finden. In Zügen wurden moderne Neukonstruktionen (z.B. Silberlinge) kombiniert mit alten Umbau- und Hechtwagen. Der Phantasie des Modellbahners sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Ich bin kein fanatischer Vertreter der Epochenreinheit. So fahren bei mir auch Züge, die Anfang der 60er bereits ausgemustert waren, aber sie hätten ja noch fahren können. Andererseits werden keine Züge eingesetzt, die erst zu einem späteren Zeitpunkt in Dienst gestellt wurden. Auch klammer ich mich nicht an das regionale Vorbild. Somit können auch eher in Norddeutschland eingesetzte Lokomotiven in meiner süddeutschen Landschaft ihre Runden drehen. Ich versuche trotz allem möglichst realistische Züge darzustellen, wie sie hätten fahren können!

 

Auf welchen Hersteller, auf welches System will man sich konzentrieren?

Wegen der alten Loks war Märklin, und damit das Dreileitersystem (AC) gesetzt. Märklin ist in Deutschland der Marktführer und bietet ein umfangreiches Sortiment an. Auch gebrauchtes Material wird umfangreich, z.B. bei eBay, angeboten. Meiner Meinung nach hat dieser Hersteller ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Modelle gelten als relativ robust und bieten einen guten Detaillierungsgrad. Von der Vorbildtreue kommt Märklin nicht an Kleinserienhersteller wie z.B. Brawa oder Weinert heran. Diese haben aber auch deutlich höhere Preise. Ein Nachteil ist sicherlich, daß Märklin eine relativ isolierte Stellung auf dem Markt hat. Die meisten anderen Hersteller setzen auf das Zweileitersystem (DC) und sind untereinander kompatibel. Einige Hersteller, z.B. Brawa und Roco, bieten neben DC auch einzelne AC-Modelle für Märklin-Anlagen an.

 

Wie soll die Anlage gesteuert werden? analog oder digital? über Digitalzentrale oder PC?

Ich strebe eine Mischform an. Grundsätzlich soll eine automatisierte Steuerung über einen PC möglich sein. Daneben möchte ich jedoch auch manuell steuern können. In jedem Fall setze ich auf die digitale Technik, die mir viele Vorteile bietet. Mehrere Loks können in einem Stromkreis bewegt werden. Viele Zusatzfunktionen sind bei Loks individuell schaltbar, z.B. Licht- und Geräuschfunktionen, bei Dampf- und Dieselloks auch ein Rauchgenerator.